Teufelsmühle

August 2006
Bastei Lübbe Verlag/Bergisch Gladbach
Taschenbuch, 509 Seiten
(vergriffen, nur über den Autor zu bestellen)

Inhalt:
Für den westfälischen Bauernsohn Ambros Vortkamp wird das Jahr 1535 zu einem entscheidenden Wendepunkt in seinem Leben. In Münster hat der Bischof die Wiedertäufer und ihr "Königreich Zion" besiegt, und auch das Moordorf Ahlbeck wird nicht von radikalen Umwälzungen verschont. Ein schwer verletzter Müller taucht im Dorf auf und will die vor Jahren zerstörte Wassermühle am Kolk wieder aufbauen. Ein Fluch liege auf der Mühle, sagen die Ahlbecker, das hat auch Ambros' Vater, der einstige Kolkmüller, zu spüren bekommen. Während der Pastor der Gemeinde die Gläubigen mit ketzerischen Reden gegen sich aufbringt und der Dorfschulze die Ankunft des Müllers argwöhnisch betrachtet, erfährt Ambros Ungeheuerliches über seine Eltern und die Mühle.
Beinahe dreihundertfünfzig Jahre später, im Jahr 1876, kehrt der Altertumsforscher Hermann Vortkamp, ein Nachfahre des kleinen Ambros, nach Ahlbeck zurück, um heidnische Hügelgräber am Kolk auszugraben. Als er der hübschen Schulzentochter Lisbeth begegnet, verliebt er sich Hals über Kopf und schlägt die Warnungen seines Großonkels, des Geistersehers Johann, in den Wind. Doch Lisbeth ist mit einem reichen Fabrikantensohn verlobt und ihr Vater ein herrischer Patriarch, und auch die Gräber am Kolk warten mit Überraschungen und unerwarteten Leichen auf ...

Nach "Moorteufel" und "Die Kapelle im Moor" beschließt Mani Beckmann mit "Teufelsmühle" die Moor-Trilogie um das münsterländische Dorf Ahlbeck. Der Roman erzählt eine spannende und unheimliche Familienchronik und schlägt einen großen Bogen von der Zeit der Glaubensspaltung und der Wiedertäufer bis in die 1870er Gründerjahre des Deutschen Reichs und ins Zeitalter der industriellen Revolution.
Pressestimmen/Rezensionen:

Westfälische Moorgeister aus Schöneberg. Portrait des Autors Mani Beckmann (externer Link).
- Rita Maikowski, Schöneberger Stadtteilzeitung, Oktober 2006


WM-TV, 5. Oktober 2006, Bericht: Christian Terschluse

"Geschickt verknüpft Mani Beckmann zwei Geschichten über drei Jahrhunderte und widmet jeder der Geschichten genügend Raum zur Entfaltung. Durch Perspektivwechsel an den spannendsten Stellen der jeweiligen Handlungsstränge bringt der Autor Tempo in die Geschichte und es ist schwierig, das Buch am Ende eines solchen Kapitels aus der Hand zu legen. Auch Mani Beckmanns Sprache ist erwähnenswert. Es gibt nicht viele deutsche Krimis, die auf so einem Niveau geschrieben wurden und die sich durch einen schönen, oft etwas düsteren Schreibstil auszeichnen. Die Charaktere sind ohne Ausnahme vielschichtig, konfliktbeladen, interessant, manchmal liebenswert, manchmal unsympathisch. Jede Figur macht neugierig."
- Susanne Kasper, www.literaturschock.de, September 2006

"Die Sprache ist flüssig und wunderbar zu lesen. Das Buch ist durch das sehr schöne Cover, welches direkt der Handlung entnommen sein könnte und die Zeichnungen und Literaturzitate zu Beginn der einzelnen Teile ansprechend gestaltet, es macht Freude, dieses Buch zur Hand zu nehmen. Der Leser wird von der ersten Seite an in den Bann der Handlung gezogen. Der Spannungsbogen, der sich durch die Rahmenhandlung und die beiden Handlungsstränge bildet, wird bis zum Schluss gehalten. Das Buch ist an keiner Stelle langweilig oder langatmig, sondern sehr gute Unterhaltung. 'Teufelsmühle' weckt in jedem Falle das Interesse, auch die weiteren Teile der Trilogie zu lesen."
- Bettina Weiß, Histo-Couch.de, Dezember 2006 (Rezension als PDF-Datei)

"Auch im dritten historischen Roman aus seiner Heimat entwickelt Beckmann komplizierte Sachverhalte mit leichter Hand, spielt mit Perspektiven und Textsorten und schlägt gar einen kühnen erzählerischen Bogen ins Jahr 1876, in dem die Vorkommnisse aus dem 16. Jahrhundert noch immer nachwirken. Dabei machen Beckmanns sprachliche Klarheit, sein kompositorisches Geschick und seine plastische Figurenzeichnung die eigentlich recht verzwickte(n) Geschichte(n) zu einem echten Pageturner ohne literarische Einbußen."
- Gerald Jung, Zitty, Berlin, August 2006

"Wie schon in den beiden vorigen Teilen der Moor-Trilogie bedient sich Beckmann auch bei der Teufelsmühle wahrer historischer Begebenheiten: Einen geschichtlichen Hintergrund bildet das Ende der Wiedertäufer-Herrschaft in Münster. Beckmann erzählt weite Teile des Romans aus der Sicht des zwölfjährigen Ambros Vortkamp. Der Spannungsbogen wird aufrecht erhalten durch viele Fragen und ungelöste Schicksale. Wo zum Beispiel ist Ambros Mutter geblieben? Und wer ist der Mann, der im nahen Altheim ermordet wurde? Was ist dem Müller, dem Schwager des Schulzen, zugestoßen? Und welche Schuld hat Ambros Vater auf sich geladen?
Spannung herrscht auch durch den Zwist zwischen der Familien Vortkamp und der des mächtigen Schulzen Gerwing. Eine Fehde, die sich durch Jahrhunderte fortsetzt, wie sich auf der zweiten Zeitebene zeigt: Der Altertumsforscher Hermann Vortkamp, dessen Vater Ahlbeck vor langer Zeit verlassen hat, kehrt in das Dorf seiner Vorfahren zurück. Wie bei Shakespeares Romeo und Julia verliebt er sich in die Tochter der Gerwings, mit denen die Vortkamps seit Generationen im Clinch liegen... Geschickt versteht es Beckmann, die Zeitebenen zu verknüpfen, Ereignisse des 19. Jahrhunderts durch Geschehnisse zu erklären, die fast 350 Jahre zurückliegen. Neben guter Unterhaltung bietet das Buch ganz nebenbei auch viel Wissenswertes: Das historische Ambiente stimmt, das Lokalkolorit sowieso. Beckmann lässt viel Informationen über Zeitgeschehen, Handwerk und Gesellschaft in sein Buch einfließen."

- Martin Borck, Westfälische Nachrichten, Gronau, 22. Juli 2006


Lesung in "Högers Hus", Ahaus-Alstätte (Foto: Alfons ter Huurne)

Lageplan - Ahlbeck (1535 - 1876)



Die Kette
Tabu
Sodom und
Gomera

Tödliche
Vergangenheit

Filmriss


Moorteufel

Die Kapelle
im Moor



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